Smart ParkingParksuchverkehr nachhaltig reduzieren

Bis zu 41 Stunden im Jahr verbringen Autofahrende mit der Parkplatzsuche. Die daraus resultierenden gesamtgesellschaftlichen Kosten der Fahrzeugemissionen und verlorenen (Arbeits-)Zeit belaufen sich in Deutschland auf jährlich circa 40 Milliarden Euro. Auch die Mitarbeiterparkflächen der Mainzer Stadtwerke im Quartier Neustadt induzieren Parksuchverkehr und tragen somit zu vermeidbaren Luft- und Klimaemissionen sowie Lärm bei. Die Mainzer Stadtwerke AG haben hierzu einen innovativen Lösungsansatz entwickelt und mit Unterstützung des KIM ein Projekt gestartet.

Das Projekt im Über­blick

Auftraggeber Mainzer Stadtwerke AG
Förderung Bundesministerium für Digitales und Verkehr
Projektzeitraum Erste Projektphase: 01.02.2021 bis 31.12.2021
Zweite Projektphase: seit 01.01.2022
Ziele
NO2-Reduktion durch Verringerung des Parksuchverkehrs, Entwicklung einer „Smart Parking App“ inkl. Sprachassistent zur Steuerung des Mitarbeitenden-Parksuchverkehrs durch Echtzeitdaten zur Belegung jeder einzelnen Stellfläche.
Besonderheiten
Voll-integrierte Lösung von der Beratung, Projektierung, Realisierung zur Kundenschnittstelle und Betriebsführung. Wir erarbeiteten Handlungsempfehlungen und ermöglichten die Entwicklung des Tech-Stacks mit unterschiedlichen Sensorsystemen, Netzwerktechnik, Data-Processing, Front- und Backend.

Symbolfoto für Smart Parking

Ausgangslage

Die Mainzer Stadtwerke AG und ihre Tochterfirmen betreiben mehrere Parkplätze für Angestellte rund um den Firmensitz in der Mainzer Neustadt. Trotz großzügig bemessener Parkflächen stellt sich in der morgendlichen Rush-Hour regelmäßig ein größerer Parksuchverkehr ein, da sich die Auslastung der verschiedenen Parkflächen im Tagesverlauf stark unterscheidet. Insbesondere der direkt am Hauptsitz gelegene Mitarbeiterparkplatz ist bereits regelmäßig in den frühen Morgenstunden vollständig ausgelastet, wird aber dennoch von einem Großteil der Beschäftigten zuerst angesteuert, um Fußwege von anderen Parkmöglichkeiten zu vermeiden. Zudem stehen keine öffentlichen Parkplätze im Straßenraum der unmittelbaren Umgebung des Betriebsgeländes zur Verfügung, da diese den Anwohnern vorbehalten sind.

Ziel

Vor dem Hintergrund hoher Emissionsbelastungen der innerstädtischen Verkehrsachsen und der Erkenntnis, dass bis zu dreißig Prozent des innerstädtischen Verkehrs dem Parksuchverkehr zugerechnet werden kann, haben die Mainzer Stadtwerke das Ziel gefasst, den Parksuchverkehr rund um ihre Standorte nachhaltig zu reduzieren. Durch eine Auslastungsoptimierung soll eine Entlastung der Anwohner gelingen und der Suchverkehr soll mittels einer „Smart Parking“ App und dazugehöriger Sensor- und Netzwerktechnik gesteuert werden. Gleichzeitig wird den Forderungen der Mitarbeitenden Rechnung getragen, die sich eine Anzeige der freien Parkplätze in Echtzeit wünschen. Darüber hinaus soll in einer Go-To-Market Analyse geprüft werden, ob die angestrebte Lösung auf den Kontext des betrieblichen Mobilitätsmanagements übertragen werden kann.

Unterstützung durch das KIM

Das KIM übernahm die technische Projektumsetzung und führte ein Markt- und Technologiescreening durch. Schnell zeigte sich, dass kein Full-Service-Anbieter für smartes Parken am Markt agiert, sodass ein eigenständiges Tech-Stack entwickelt werden musste. Da in Größe und Beschaffenheit unterschiedlichste Parkflächen zu erfassen sind, wurden diese mit verschiedenen, IoT-fähigen Sensoren ausgestattet. Gleichzeitig galt es, eine kosteneffiziente Lösung zu finden.

 

Die Daten der nun erfassten Parkanlagen werden auf Konzernebene aggregiert und konsolidiert. Für die Mitarbeitenden steht eine bereits vorhandene MaaS-Applikation zur Verfügung, in welcher die Parkdaten visualisiert werden. Eine zukünftige Skalierung der Parkflächen, benötigt eine Skalierung der Technologie auf Datenebene. Hierfür wurden Schnittstellen etabliert, die in Zukunft Parkdaten in Echtzeit auf einer Datenplattform bereitstellen können. Dies ermöglicht weitere Use Cases und die Nutzung von Skaleneffekten.

Ergebnis

Mit der Integration der aggregierten Parkplatzdaten in die Maas-App der Mainzer Stadtwerke und der Anbindung eines Sprachassistenten ist es gelungen, ein für die Mitarbeitenden hoch attraktives Produkt zu schaffen, welches dem morgendlichen Parksuchverkehr, inklusive dessen negativen Auswirkungen, wirkungsvoll entgegentreten kann.

Projekt­leitung

André Pascal Haben

André HabenBeratung und Projektmanagement

andre.haben@kim.eu

+49 151 70480590